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Tom Holert

Undesignability

 

Die Reichweite des Begriffs „Design“ scheint täglich zu wachsen. Damit einher gehen eine gesteigerte Vieldeutigkeit und jede Menge Instrumentalisierungen. Dennoch zeichnet sich ab, dass Design, auch und gerade im Sinne der Planung und Gestaltung gesellschaftlicher und urbaner Prozesse, (wieder) mit einem emanzipatorischen, auf Selbstermächtigung und Partizipation zielenden Denken assoziiert wird. Wer aber sind die Akteure dieses aktivistischen und interventionistischen Designdiskurses? Und auf welchen Erfahrungen, Interessen und Theorien beruht ihr Handeln? In einem ersten Schritt wird der Vortrag eine Art Bestandsaufnahme der skizzierten Begriffskonjunktur vornehmen. Daran anschließend soll das Paradigma der Gestaltbarkeit mit einem Konzept kontrastierend angereichert werden, das nur scheinbar das Gegenteil von Gestaltung will: undesignability. Die leitende Frage wäre hier: Lässt sich Ungestaltbarkeit anders als ein nach Lösung verlangendes Problem, nämlich als ein Vermögen und ein Potential, mehr noch: als ein politischer Appell begreifen?

 

Tom Holert ist ein Kunsthistoriker und Kulturtheoretiker, gelegentlich auch Künstler und Kurator. Er lebt in Berlin und lehrt und forscht an der Akademie der bildenden Künste Wien. Letzte Buchveröffentlichungen: Fliehkraft. Gesellschaft in Bewegung – von Migranten und Touristen (mit Mark Terkessidis; Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2006); Marc Camille Chaimowicz. Celebration? Realife (London/Cambridge, MA: Afterall/MIT Press, 2007); Regieren im Bildraum (Berlin: b_books/Polypen, 2008). In Vorbereitung: Das Erziehungsbild (hg. mit Marion von Osten; Wien: Schleebrügge, 2010).