zurück

 

 

Zellen

Konzepte von Gemeinschaft orientieren sich spätestens seit Virchows Rede von der Zellenrepublik am Modell des menschlichen Körpers. Von revolutionären Zellen bis zu Gefängniszellen reicht das Spektrum der Metaphern. Zuletzt hat der Zellbiologe Bruce Lipton mit der Lehrmeinung, der Mensch sei von seinen Genen regiert, aufgeräumt. Und nicht nur er, die gesamte Epigenetik vertritt nun die Auffassung, dass unser Denken und Fühlen es sind, die in jede Zelle hineinwirken und unser Leben bestimmen. Die Wahrnehmung kontrolliert unsere Gene, nicht umgekehrt. Was bedeutet das für die lang tradierte metaphorische Redeweise vom Gesellschaftskörper als Kollektivkörper und seinen Teilen? Wie korrelieren wissenschaftliche Erkenntnisse mit politischem Selbstverständnis?

 

Stefanie Wenner, Kuratorin am Hebbel am Ufer in Berlin, studierte Philosophie, Soziologie, Kunstgeschichte und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften in Kassel, Bologna, Köln und Berlin. Mitbegründerin der Diskursiven Poliklinik (DPK), Publikationen u.a. „Vertikaler Horizont. Zur Transparenz des Offensichtlichen“ (Diss.) Berlin 2004, „Kollektivkörper. Kunst und Politik von Verbindung“ (Hg. Mit Sylvia Sasse), Bielefeld 2002.