

Transfer 10 - ifau

Standard, Utopie und Korruption
Manifest für eine Architektur im Gebrauch
1) Architektur ist Handeln.
(die Aneignung des Ortes durch den Gebrauch ist Architektur)
2) Es gibt keine andere Funktion als den Gebrauch.
(Architektur manifestiert sich nicht auf der Grundlage von Raumprogrammen)
3) Architektur entsteht da wo der Nutzer ist.
(Verwende nur Produktionsmittel, die unmittelbare Qualitäten erzeugen. Improvisationen und Fehler sind erlaubt.)
4) Architektur findet hier und jetzt statt und ist nie fertig.
(Es gibt keine Lösung: Schiebe Probleme auf, verlängere den Planungsprozess, unterbreche den Bauprozess dort, wo es produktiv ist und denke über andere Verwendungen des Budgets nach.)
5) Verzichte auf Repräsentation zugunsten von Aneignungsoffenheit und Gebrauch.
(Herrschaftstypologien sind überflüssig, Bedeutungen und Funktionen dürfen nicht eindeutig zugewiesen werden.)
6) Produziere keine Gestaltungsvarianten sondern unendlich viele Nutzungsmöglichkeiten.
(Eine Architektur, die sich am Handeln orientiert, erlaubt keine Alternative)
7) Architektur ist Verhandlungssache.
(Erzeuge Komplikationen und Konflikte.)
8) Verwende keine Vorbilder.
(Stehle, wo du kannst - Rekonstruktionen sind verboten.)
9) Verwende und entwickle offene Standards.
(Anpassungen und Veränderungen zu ermöglichen, ist eine praktische Gestaltungsaufgabe.)
10) Der Architekt braucht als Autor nicht genannt zu werden.
(Werkvorträge sind zu unterlassen und führen zum Ausschluss.)
Januar 2009
Barbara Geralis, Christoph Heinemann, Silvan Linden, Sarah Retsch, Christoph Schmidt, Matthias Spielvogel, Philipp Strohm, Florian Thein
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