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Personal Contract For The Composition Of A Palace
1. Manifest
In Adaption des ´Personal Contract for the Composition of Music´ von Matthew Herbert, wird eine abstrakte Anleitung zur Erstellung eines Palastes erarbeitet unter ausschliesslicher Verwendung von CAD-Software - ohne jedoch auf vorhandene Palastarchitekturen, Bibliothekselemente oder andere architektonische Standards zurückzugreifen. Ziel ist es, mit den digitalen Werkzeugen wie Sampling, Filter, Pasteboard so zu arbeiten, dass gleichzeitig die systemimmanente Logik der Reproduktion des Immergleichen und Vorformatierten unterlaufen wird; zum Zwecke einer vollständig neuen, referenzlosen Architektur.
Das Manifest ist angelehnt an den ´Personal Contract for the Composition of Music´ von Matthew Herbert, einem Londoner DJ und Produzent, der sich durch das Selbstdiktat von dem Gebrauch bereits existierender Klänge distanzieren möchte.
Das abgeleitete Architekturmanifest umfasst folgende 14 Punkte:
Personal Contract for the Composition of a Palace (P.C.C.P.)
1. Die Verwendung von vorgefertigten Palastelementen ist nicht erlaubt:
a. Die Verwendung gängiger Palastvorgaben aus Sammlungen und Empfehlungen für
Palastbauten etc..
b. Im CAD-Bereich: Objektbibliotheken oder vorprogrammierte gängige Palastelemente
sind nicht erlaubt.
2. Nur solche Fragmente, welche zu Beginn des Entwurfsprozesses entstehen oder
welche aus dem eigenen Archiv des Architekten entstammen und vorher in der Form
noch nicht benutzt worden sind, sind für das Sampling zugelassen.
3. Das Sampeln von Elementen und Fragmenten der Palastentwürfe anderer
Architekten ist streng verboten.
4. Die Einbeziehung, Erzeugung, Verbreitung, Existenz, Nachbildung, Anerkennung,
Rechtfertigung, Gestaltung und Ästhetik sogenannter "architektonischer Fehler"
wird unterstützt. Darüberhinaus werden solche "architektonischen Fehler" innerhalb
des Entwurfsprozesses als vorsätzliche und bewusst hervorgerufene kompositorische
Handlungen oder Entscheidungen anerkannt.
5. Architekturelemente können zufällig entstehen.
6. Alle Patterns, Strukturen und Muster müssen selbst generiert werden:
Werksvoreinstellungen oder vorprogrammierte Patches sind nicht erlaubt.
7. Neue Fragmente sollen nach dem Sampeln nicht sofort reduziert werden. Kleinere
interessante Strukturen und Elemente könnten dabei verloren gehen.
8. Die Ursprünge verwendeter Samples sollen beschrieben und veröffentlicht werden.
9. Eine Liste der verwendeten technischen Ausrüstung soll veröffentlicht werden.
10. Steht die Thematik einer Architektur fest, dürfen nur Elemente, welche direkt etwas
mit diesem Thema zu tun haben, für das Samplen verwendet werden.
Zum Beispiel:
Wenn es um einen Palast für das Volk geht, werden nur Elemente verwendet,
welche direkt in Bezug zu diesem Volk stehen oder aus ihm entstammen.
11. Fertige Volkspaläste, die unter den Voraussetzungen des Manifestes entstanden
sind, werden für nichts zur Verfügung gestellt, was der eigentlichen Intention der
Architektur widerspricht.
12. Es sollen genügend technische Informationen zur Verfügung gestellt werden, um
die strukturelle Einheit des Volkspalastes zu unterstreichen. Damit andere die
Intention des Gebäudes nachvollziehen können.
13. Optional: Remixe von Volkspalästen sollen nur mit dem Material, welches von den
ursprünglichen Architekten eines Gebäudes zur Verfügung gestellt wurde, erzeugt
werden. Diese Fragmente sollen jedoch neu interpretiert werden, d.h. der Aufbau
und die Materialität des Originals soll im Remix nicht mehr erkennbar sein.
14. Der Volkspalast muß auf jeden Fall gut sein. Mittelmäßigkeit ist kein akzeptierbares
Ergebnis.
2. Sampling
Das Wort Sampling leitet sich vom englischen Wort Sample ab, was soviel heißt wie´Beispiel´, ´Auswahl´ oder ´Kostprobe´.
Der musikalische Begriff des Sound Samplings, oder kurz Sampling ist das digitale Verfahren zur Speicherung und der anschließenden Wiedergabe von einzelnen Klängen oder ganzen Abschnitten eines Musikstückes.
Die Sample-Rate (Abtastrate) ist die Häufigkeit oder Dichte, mit der von einem analogen Signal eine Probe genommen, also ein Wert abgetastet wird. Diese Mechanismen aus dem Musikbereich lassen sich natürlich auch auf das Samplen von Formen übertragen. Auch hier gibt es verschiedene Sampleraten, durch die der Referenzgrad auf das Ursprungsobjekt bestimmt wird.


5. Entwurf
Der Entwurfsprozess bewegt sich im Rahmen des ´Personal Contract for the Composition of a Palace´.
Es wird von einem Solid ausgegangen, der nach den festgestellten kompositorischen Palasteigenschaften geformt wird.
Das Äussere des Körpers erfüllt durch seine Grösse die für Paläste charakteristische Monumentalität und wirkt durch seine freien Vorzonen entrückt.
Das Innere entsteht in einem Prozess des Aushöhlens mit Hilfe der gewonnenen Volkssamples. Durch die Prinzipien des Extrudierens und der Boolschen Subtraktion werden Leerräume, sogenannte Voids erzeugt. Die generierte Struktur steht deshalb stellvertretend für das Deutsche Volk.
Aber auch die Eigenschaften der Symmetrie, der Komplexität und der kontinuierlichen Raumfolgen kennzeichnen die Komposition.
Das fertige Produkt ist ein vielschichtiges Gebilde, charakterisiert durch das gemeinsame Vorkommen von deutlich geplanten aber auch ungeplanten Komponenten. D.h. es gibt Festgelegtes und zufällig Entstandenes n neinander.
Am Ende entsteht kein in seiner formalen Sprachlichkeit zurückgenommenes flexibles und funktionales Gebäude à la Cedric Price, sondern ein komplexes, mannigfaltig bespielbares Raumgefüge. Die Nutzer können sich dieses Konstrukt selbst aneignen und interpretieren. Die Differenziertheit der Raumlandschaft soll zu möglichst vielen Nutzungsideen inspirieren.
Der Entwurf evoziert einen romantischen Blick in die Zukunft der Deutschen. 





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