

Transfer 05 - Stephan Mörsch

Umformerstation an der Zeppelinwiese
Gewinn des 2. Akademiepreises 2006
a42.org mit Stephan Mörsch 

Stephan Mörsch mit Christian Dorsch, Liv Gnutzmann, Nina Gorgon, Silke van‘t Hoen, Katharina Karasjewa, Jürgen Lehmeier, Caro Münster, Stefanie Pesel, René Rissland, Xiaolong Sun
Umformerstation Zeppelinwiese ist eine zweiteilige Installation von a42.org mit Stephan Mörsch. Die Arbeit “rekonstruiert” den anlässlich des Reichsparteitages von 1938 zur Stromversorgung des Lichtdoms auf der Zeppelinwiese erstellten “Zweckbau” an der Regensburger Straße im Maßstab 1:10 - in zwei von einander getrennten Innen- und Aussenraumausschnitten. Der sowohl maßlich wie bautechnisch bewusst fehlerhafte Nachbau thematisiert den Umgang mit einem Baudenkmal, das gezielt als Kulisse einer sich per se als “historisch” begreifenden Ideologie dient - und als solche immer wieder neu bewertet werden muss.
Das Vorhaben
"Der Maßstab von 1:10 hat mehrere Vorteile. Die Maße müssen nicht umgerechnet werden. In Maueröffnungen, wie Fenster und Türen kann man mit der Hand reingreifen. Ab 4-5 Stockwerken erhält man eine schon ernstzunehmende Höhe. Mauern haben eine Stärke von 2-3 cm.
Bautechnik wie bei jedem Stahlbetongebäude: Verschalung, Armierung, Beton.
Die Verschalung bauen wir aus Holz und werden sie mit Schrauben und Winkeln zusammenhalten, um sie mehrfach benutzen zu können. Für die Armierung nehmen wir Kaninchendraht und benutzen Styropor, um sie in der Verschalung zu positionieren. Das Styropor können wir später herausnehmen und die Löcher verputzen. Auch für eventuelle Beleuchtung sollten wir Styropor benutzen, um Platz für Kabel und Lampenfassungen zu lassen. Für den Beton werden wir Zement mit Schnellhärter benutzen, der nach einer halben bis einer Stunde genügend Festigkeit besitzt, um weiterarbeiten zu können.
Mein Vorschlag ist, das wie auch immer geartete Haus nach draußen zu setzen und die normale Witterung zu benutzen, um ihm sozusagen Patina zu verleihen. Das hieße zum Beispiel, Regenwasser vom Dach gezielt durch die Räume zu schicken.
Um solche Effekte zu nutzen, sollten wir auch über mögliche Baumängel nachdenken. Eine Möglichkeit wäre, Sand und Zement Salz beizumischen und an diesen Stellen unverzinkten Draht zu benutzen, damit er rostet. Oder die Körnung zu groß zu wählen, um Blasen zu erzeugen. Mit Blick auf die Kürze der Zeit sollten wir vorab klären, was wir bauen oder auf jeden Fall womit wir anfangen. Also entweder Treppenhaus, Keller oder Dachgeschoss. Um es nicht noch komplizierter zu machen, sollten wir auf eine Fassadengestaltung verzichten und mit glatten Wänden bzw. mit tragenden Säulen und Zwischenwänden arbeiten." Stephan Moersch
Material / Werkzeug
Verschalungen:
Holz / Winkel / Schrauben / Kreissäge-Stichsäge / Akkuschrauber
Beton:
Zement mit Schnellhärter / Sand / Kaninchendraht / Draht / Styropor / Nägel / Kelle / Spachtel / Eimer / Mischwanne / Schubkarre
Aufstellen:
Schaufel
Baubegleitende Planung :
Großes Papier
Ausbauten:
Beleuchtung
Fenster / Türen
Überwachungskamera / Monitor



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