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Walter Benjamin, Ezra Pound und die Architektur des Walter Benjamin Platzes

 

Donnerstag 12. Juni

18:30

Akademie c/o Walter Benjamin Platz

Walter-Benjamin-Platz, 10629 Berlin

Öffentliches Seminar zur Raumproduktion der Berliner Republik

 

Auf dem 2001 fertiggestellten Walter-Benjamin-Platz in Charlottenburg begegnen sich zwei Persönlichkeiten, die beide in einem Bezug zur Architektur des Platzes stehen. Neben Walter Benjamin als Namensgeber des Platzes findet sich, im Platzboden eingelassen, ein Verszitat des US-amerikanischen Dichters Ezra Pound, dessen Spätwerk im Dienste Mussolinis und dem des italienischen Faschismus´ stand.

Die beidseitige Bebauung des Platzes ist durch und durch von klassizistischen Architekturformen geprägt und steht damit im Kontext der “Berliner Retrospektiven”. In dem, vom Architekten des Platzes Hans Kollhoff installierten Verszitat wird der Schwund von, als qualitätsvoll deklarierte Architektur des kunstfertigen Fügens hochwertiger Materialien betrauert. Die Ursache für diesen Schwund wird dort in der “Usura”, im Wucher begründet.

 

Akademie c/o lädt dazu ein gemeinsam darüber zu spekulieren was Walter Benjamin über den Walter-Benjamin-Platz gedacht hätte und zu diskutieren, welches Licht diese Situation auf die Raumproduktion der Berliner Republik wirft. Wie ist hier die Usura-Argumentation von Ezra Pound zu verstehen, der sich im Zusammenhang mit dem Zitat doch antisemitischer Erklärungsmuster bediente, indem er das Übel des Kapitalismus im “zinstragenden” Judentum suchte? Welche Beziehungen haben Architektur und Ökonomie? Was bemisst die Qualität von Architektur heute? Und, welche Rolle spielt die Figur des Architekten in diesen Zusammenhängen?

 

TeilnehmerInnen: Robert Burghardt, Felix Fiedler, Verena Hartbaum, Petra Kahlfeldt (angefragt)

 

Zur Veranstaltung erscheint disko26 von Verena Hartbaum.

 

Disko 26

Der Walter-Benjamin-Platz

a42.org/154.0.html